Dazu lernen, wo es geht !

Das Foto von Peter Nauschütt zeigt einen Teil der Alstadt und des Hafens von Lissabon. Die Geschichte hat Heiko Ortmann erlebt.

Im Jahre 1979 fuhr ich als 1. Offizier auf der MS „HOLSTENBEK“ des Hamburger Reeders Claus Peter Offen. Die „HOLSTENBEK“ war ein ca. 15000 tdw großer Stückgutfrachter der englischen Serie SD 14. Sie fuhr unter liberianischer Flagge.
Nur um die damaligen Verhältnisse an Bord zu beschreiben, möchte ich erwähnen, dass wir nach meiner Erinnerung eine Besatzung von 34 Mann aus mindestens 8 Nationen hatten. Bordsprache war englisch und Hände und Füsse. Die einzigen Deutschen an Bord waren Kapitän Reil und meine Wenigkeit.
Wir waren mit einer vollen Ladung Reis aus Sacramento in Lissabon angekommen. Abends beschlossen der Chief und ich an Land zu gehen. Der Chief war ein Pole, mit sehr guten Altstadt Lissabon Günther Schulte 1972 002Deutschkenntnissen. Schon bald fanden wir ein gut besuchtes, gemütliches Lokal und labten uns ein wenig an Brandy und Bier. Nach einiger Zeit erblickte unser Chief auf dem Tresen ein großes Glas mit eingelegten Eiern. Er äußerte Appetit darauf, und ich ermutigte ihn zu einer Bestellung. Couragiert durch die genossenen Getränke verkündete er, mit einem Fingerzeig auf das Glas, lauthals durch die Kneipe seinen Wunsch: „Dos Cojones, por favor !!!“ Die Antwort war ein Riesengelächter, gepaart mit Schenkelklatschen der restlichen Gäste und des Wirtes, die ihn mit deutlichen Gesten zwischen die Beine darauf hinwiesen, dass er wohl die falschen Eier bestellt hatte. Man belehrte uns freundlich, dass die gemeinten Eier in Portugal „Ovos“ heißen.
Nachdem sich die Wellen der Begeisterung gelegt hatten, schaute er mich mit traurigen Augen an und sagte völlig ungerührt: „Siehst du Heiko……… das ist die Scheisse…….. wenn du eine Fremdsprache im Puff lernst.“

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