Der Präsident

Bilder von Eckhard Büttner

Eine ungewöhnliche Anreise zu einem Staatsbesuch in Deutschland wählte der Präsident des westafrikanischen States Liberia, Tubman, im Juni 1970. Er reiste mit der „SUSANNE SCHULTE“ von Monrovia nach Bremerhaven. Warum er diese Art des Reisens wählte, darüber kann nur spekuliert werden. Vielleicht hatte er Flugangst oder er wollte sich langsam an die europäischen Temperaturen gewöhnen, man weiss es nicht. Die Reise verlief nicht ohne Hindernisse, denn das Einlaufen in Bremerhaven verzögerte sich um ein paar Tage. Das Schiff musste vor der Weser warten, und konnte erst mit zwei Tagen Verspätung einlaufen.

© Echard Büttner

In der NORDSEE – Zeitung hiess es dazu: „Noch nie hat die Bundesrepublik so lange  ein Staatsoberhaupt vor ihrer Tür stehen lassen müssen, William V.S. Tubman (74), Staatspräsident von Liberia, wartete fast drei Tage an Bord des Massengutfrachters „SUSANNE SCHULTE“ auf der Außenweser. Bei stürmischer See wurde er bei der vielen Schaukelei etwas seekrank, verlor aber trotzdem seinen Humor nicht. Das zeigte sich als er in der Bremerhavener Nordschleuse von Bord des Schiffes ging, das zu Ehren seines prominenten Gastes über die Toppen geflaggt und auch die mit goldenen Fransen gesäumte dunkelblaue Präsidentenflagge gehißt hatte.“

Die Mühe der Besatzung um die ungewöhnliche und viel Zeit erfordernde „Fracht“ wurde belohnt: Kapitän Friedhelm Husemeier – mit 32 Jahren einer der damals jüngsten Kapitäne der deutschen Handelsflotte – seine Offiziere, vier Stewards und der Koch wurden vom Präsidenten für ihre Mühe und die sichere Überfahrt mit Orden ausgezeichnet. Ihre Uniform schmückte nun im Knopfloch ein buntes Ordensschleifchen, während in der Schublade ein mächtiger, prunkvoller Orden liegt.

Text aus Detlefsens Deutsche Reedereien Bd 2

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