Die Waschmaschine

von Eckhard Büttner und Peter Nauschütt

Dukegat Zeugwäsche Waschmaschinenvorläufer

Auch eine „Waschmaschine“ – auf der „DUKEGAT“

Wie auf den meisten Schiffen, die in der großen Fahrt unterwegs waren, gab es auch auf der „STADT EMDEN“ eine Wäscherei. In dieser Wäscherei stand eine große Waschmaschine. Diese Waschmaschine war elektrisch beheizt. Mit einem Thermostaten konnte die gewünschte Waschtemperatur eingestellt werden. Die Heizung bereitete mir, der ich als Elektriker auf der „STADT EMDEN“ fuhr, seit einiger Zeit die größten Schwierigkeiten. Die Heizdrähte lagen, zu Spiralen aufgeschossen, in einer Wanne, die unter der Waschtrommel befestigt war. Sie waren mit Porzellanperlen isoliert. In immer kürzeren Zeitabständen brannten die Heizspiralen durch und mussten recht aufwendig repariert werden. Eine Scheissarbeit !!!
Als ich mich wieder einmal mit der Heizung rumärgerte, guckte der Storekeeper Eckard Büttner neugierig um die Ecke und fragte, was ich denn mache. Ich antworte ziemlich verärgert, dass ich jetzt schon zum x-ten Mal an diesen Heizspiralen rumbastele und dass es wohl nicht das letzte Mal gewesen sei. Er verschwand und kam nach einer Weile wieder mit einem Vorschlag um die Ecke, der mich ins Grübeln brachte: Unter der Wäscherei, ein Deck tiefer, befand sich ein Schweröl-Seitentank. Dieser Tank wurde, wie üblich, mit Dampf beheizt. Wir bohrten ein Loch in den Fußboden der Wäscherei, zapften die Dampfversorgung des Seitentanks an, löteten an den Boden der Waschtrommel spiralförmig Kupferrohre an, versahen das Ganze mit den nötigen Absperrarmaturen und fertig war die dampfbeheizte Waschmaschine. Ein Probelauf verlief zu unserer vollsten Zufriedenheit, die Heizung knallte zwar ziemlich verdächtig, heizte aber wie der Teufel! Einen kleinen Schönheitsfehler hatte unsere Konstruktion jedoch! Die Waschtemperatur ließ sich jetzt nur sehr schwer, besser gesagt gar nicht mehr, regeln! Es gab nur noch Kochwäsche oder mehr.
Der erste Wäscher war der Salonsteward. Es war ein junger Kollege, der als Urlaubsvertretung für Hein Störk an Bord gekommen war. Er knallte die Maschine voll mit einer ganzen Ladung „Kellnerjacken“, stellte den Dampf an, ließ die Maschine laufen und verschwand wieder in seinen Regionen. Die Maschine ballerte vor sich hin. Ein Reiniger, der an dem Umbau der Maschine beteiligt war, kam des Weges, sah dass das Ding in Betrieb war und warf einen Blaumann zusätzlich hinein, nur mal so zur Probe. Das Ergebnis war ein sauberer Blaumann und eine ganze Ladung hellblauer „Kellnerjacken“ ! Die waren für den Vertretungssteward nicht mehr zu gebrauchen. Er verteilte die Jacken an die Reiniger, fünf an der Zahl, die am nächsten Morgen frisch eingekleidet in hellblauen „Kellnerjacken“ zu Dienstbeginn unten am Fahrtsand erschienen. Ein Bild für die Götter.
Die Waschmaschine versah noch eine ganze Weile ihren lautstarken Dienst. Wir brachten zusätzlich einen schriftlichen Hinweis auf die gesteigerte Heizleitung der Maschine an.

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