MS „SUSANNE SCHULTE“

DEAC – 44916 BRT / 76201 tdw – 245,02 x 32,28 x 19,93 / 13,71 m – 1 B&W-Mitsui- Zweitakt-Neunzylinder-Motor mit 20700 PSEe für 16,5 kn. !6.12.1964 Stapellauf. Im März 1965 von der Mitsui Shipbuilding & Engineering Co. Ltd., Tamanao Works mit der Baunummer 71 als „SIGTINA“ an die A/S Sigbulk, Oslo (Nor), Mgr. B. S. Bergesen d. y. & Co. abgeliefert. 1970 an die MS „Susanne Schulte“ Schifffahrts Gesellschaft Schulte & Bruns, Bremen, umbenannt in „SUSANNE SCHULTE“. 1976 an die Palomar Navigation Co., Andros (GR), umbenannt in „THEOMANA“. 1986 an die Breakers Ltd., Gibraltar (Br), umbenannt in „P: GIORGIO“: 11.01.1984 bis Ende 1986 in Piräus aufgelegt. 06.03.1987 in einen chinesischen Hafen eingelaufen, dort Abbruch.

MS "Theomana" in Long Beach 1978

MS „THEOMANA“  ex „SUSANNE SCHULTE“ in Long Beach 1978

© Peter Nauschütt

Die „Susanne hat eine vergleichweise kurze Biografie. Das Schiff hatte es aber in sich. Man kann Geschichten ohne Ende über sie erzählen, das werden wir auch tun, wartet´s ab.

Die Hauptmaschine

War ein Neunzylinder-Ungetüm von Burmeister & Wain. Wenn sie lief war alles gut. Als ich an Bord kam tanzte sie auf ihrem Fundament. Das Auswechseln von ca. 50 abgerissenen Fundamentbolzen beruhigte sie doch erheblich. Die drei Turbolader fuhren mit gerissenen Gehäusen und wurden mittels Feuerlöschschläuchen vom Spülluftkanal aus mit Luft gekühlt. Ein besonderes Highlight war das Einstellen des Ventilspiels bei laufender Maschine. Betroffene werden sich erinnern. Der Zugang zum Maschinenraum war am einfachsten über den Rudermaschinenraum zu bewerkstelligen, der eigentliche Zugang war wegen verbogener Treppen und schlechter Luft sehr erschwert.

Scan_Pic0002 (2)

Das „Höllenloch“

© Michel Mazylis

Ein Hirschgeweih

Das ist ein sogenanntes „Hirschgeweih“.  Diese Rohrkonstruktionen bildeten die Verbindung zwischen den Abgas-Turbinen und jeweils drei Auslassventilen an der Hauptmaschine der „SUSANNE“. Diese „Hirschgeweihe“ neigten dazu, Risse an den unmöglichsten Stellen zu bekommen. Unmöglich deshalb, weil es oftmals unmöglich war, diese Risse in eingebautem Zustand zu reparieren. Deswegen fuhr auf der „SUSANNE“ auch immer ein „Reserve- Hirschgeweih“ mit. Besser gesagt wäre ein „Reparatur- Hirschgeweih“, denn meistens lagen diese Teile nicht sehr lange repariert herum, bevor das nächste kaputt ging und ausgetauscht werden musste. Auch auf diesem ist deutlich ein klaffender Riss im linken Stutzen zu erkennen.

Scan_Pic0002 (3)

Ein „Hirschgeweih“ MS „SUSANNE SCHULTE“ Mitsui – B&W – Hauptmaschine

© Michel Mazylis

Es war eine Schweinearbeit unter erschwerten Bedingungen diese Teile auszubauen. Aber auf der „SUSANNE“ machte sich darüber schon nach kurzer Zeit keiner großartige Gedanken. Die „SUSIE“ war ein Arbeitsschiff erster Güte. Zutörnen nach der Wache gehörte für jeden zum Arbeitsalltag. So kamen schnell mal bis zu 150 Überstunden im Monat zusammen.

Scan_Pic0002 (4)

MS „SUSANNE SCHULTE“ arbeiten am „Hirschgeweih“

 © Michel Mazylis

Der Chief

Er war immer mittendrin: Unser Chief Ernst Hofer. Egal um welche Arbeit es sich handelte. Er war sich für nichts zu schade. Aus dem Keller verschwand er erst wenn alles wieder lief. Von sich selbst sagte er, dass er Schweröl im Blut habe. Na, ja.

Scan_Pic0002

Immer mittendrin: ERNST HOFER

© Michel Mazylis

Das kleine maritime Museum ist ganzjährig am Do + Fr + Sa von 10:00 bis 13:00 Uhr für Sie da.

Diese Fotografie wurde uns von einem Besucher zur Verfügung gestellt.

Die „Freunde der Seefahrt“

X

Impressum & Datenschutz